Best Practice | Erfolgsbeispiele

FOND OF, Köln

Von 0 auf 100 mit vier Kindermarken

Nur jedes zehnte Startup wird ein Erfolg, so die Daumenregel von Investoren. Zu den Gewinnern gehört auf jeden Fall die FOND OF GmbH aus Köln mit ihren Kindermarken Ergobag, Affenzahn, sfoli und satch.

Der Anfang ...

Wer ein Unternehmen gründen möchte, benötigt eine Idee für etwas Neues oder Besseres. Danach haben Oliver Steinki, Sven-Oliver Pink und Florian Michajlezko lange gesucht, bis der rettende Geistesblitz kam. Warum gehen eigentlich so viele Kinder mit zu schweren Schulranzen meist vornübergebeugt in die Schule? Die Lösung für diese offensichtliche Marktlücke bestand darin, die aus dem Bergsport längst bekannten Trägersysteme auf Tornister zu übertragen. Mit viel Eifer schritten die drei Gründer 2010 in Köln Ehrenfeld zur Tat. Die Marke Ergobag wurde aus der Taufe gehoben. Das neue Produkt sollte modern, ergonomisch, funktional und nachhaltig sein. Ein chinesischer Hersteller verlangte für die Produktion der ersten Kollektion eine Mindestabnahme, die über 200.000 Euro kostete. Zum finanziellen Kraftakt kam noch ein zeitlicher Rund-um-die Uhr-Job, um Strukturen zu schaffen und Klinken bei regionalen Modehändlern und Lederwarengeschäften zu putzen. Doch die Mühe hat sich gelohnt. Heute arbeiten bei FOND OF fast 300 Mitarbeiter/innen. Der Umsatz liegt bei rund 100 Mio. Euro. 

Wie es weiterging ...

Die Idee und das Marketing der drei Gründer schlugen hohe Wellen. In den letzten 10 Jahren betätigten sich die drei Partner als Seriengründer. Unter dem Dach der Fond of GmbH gibt es mittlerweile drei weitere Marken: (1) sfoli für Kinderschuhe, (2) Affenzahn für auf Kindergartenkinder zugeschnittene Rücksäcke sowie (3) satch mit Rucksäcken, Schulranzen und Koffer für Jugendliche. Konsequent wurde die ursprüngliche Zielgruppe "Grundschüler" in Richtung "Kindergartenkinder" und "jugendliche Schüler" ausgedehnt. Auch wurde das Sortiment regelmäßig erweitert. So gibt es unter der Marke Affenzahn mittlerweile auch Schuhe, Kleidung, Fahrzeuge und Bücher. Der Name der Dach-GmbH FOND OF leitet sich übrigens aus dem Englischen "für etwas Brennen" ab. 

Und sonst ...

Der Erfolg des Kölner Startups beruht auf Kreativität, harter Arbeit und Durchhaltevermögen, das vor allem in der Corona-Krise auf die Probe gestellt wurde. Je größer eine Organisation wird, desto wichtiger wird die Personalführung. Bei FOND OF ist Authentizität gefragt. Jeder soll im Team so sein, wie er ist. Um Innovationen und Agilität sicherzustellen, arbeitet das Kölner Unternehmen nach der von Ken Wilder entwickelten AQAL-Methode. Das Akronym bedeutet "Alle Quadranten, Alle Levels". Hinter dem Metamodell steht eine Matrix mit vier Quadranten, die von den zwei Dimensionen "Innen-Außen" und "Individuum-Kollektiv" aufgespannt wird. Das "Innen" ist subjektiv spürbar, wie z. B. Haltung (Individuum) und Kultur (Kollektiv). Das "Außen" ist dagegen objektiv messbar, wie z. B. Fähigkeiten (Individuum) und Strukturen (Kollektiv). Wichtig ist in diesem Modell das Zusammenspiel aller Faktoren. Mit OKR (Objektive & Results) kommt eine weitere, bei Startups beliebte Zielfindungsmethode hinzu.

Äußeres Zeichen des Erfolgs von FOND OF ist das vor drei Jahren fertiggestellte Bürogebäude mit dem Namen SHIP. Es ist nach den Regeln der Gesellschaft für nachhaltiges Bauen errichtet. Es hat zudem eine Kita, eine moderne Kantine und einen Fitnessraum. Es beherbergt auch den von FOND OF initiierten Startup-Accelerator und -Investor XDECK GmbH.

Website: https://www.fondof.de

Copyright Text: www.best-practice-forum.de 

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